Harzer Hexen-Stieg vom 2. bis zum 5. Juni 2011
Die Wandergruppe „Grenzenlos“ im Heimatverein Mastholte war für vier Tage im nördlichsten Deutschen Mittelgebirge auf dem Harzer Hexenstieg. Die beste Möglichkeit, die ganze Vielfalt des Harzes kennen zu lernen, bietet die Überquerung auf diesem „Qualitätsweg Wanderbares Deutschland“, der die Orte Osterode in Niedersachsen und Thale in Sachsen-Anhalt verbindet und auf etwa 90 Kilometern durch alle Landschaftstypen führt und den Wanderern Sehenswertes und Interessantes der Region erfahren lässt. Gleich am ersten Tag beeindruckte das Oberharzer Wasserregal; ein umfassendes System aus Gräben, unterirdischen Wasserläufen, Teichen und Talsperren, das in dieser Ausprägung weltweit einzigartig ist und deswegen den UNESCO-Status „Welterbe der Menschheit“ bekommen hat. Wer vom Harz spricht, denkt auch an den Brocken, dem Sinnbild der ehemaligen deutschen Teilung, dem wichtigsten Horchposten in den Westen für Stasi und sowjetisches Militär. Hier oben verbindet sich Natur mit Geschichte und herrlichen Aussichten. Ein ortskundiger und erfahrener Wanderführer konnte im Nationalpark Harz den Wandersleute reichlich Informationen vermitteln. Der Weg führte weiter durch urwüchsige Wälder und Moorlandschaften nach Torfhaus und dann ins Odertal. Ein weitgehend unberührtes Harztal, das in seiner ganzen Schönheit und Ursprünglichkeit erlebbar ist.
Bei der dritten Etappe war Königshütte der Startort, kurz bevor sich Warme und Kalte Bode vereinen. Diese Strecke ist geologisch sehr interessant. Ganz besonders, wenn ein sachkundiger Führer Sachverhalte und Erscheinungen zeigen und erklären kann. Wie hier geschehen. Der Weg verläuft in Nachbarschaft zur Bode, wobei den Schleifen des Flüsschens nicht immer gefolgt wird und „Abkürzungen“ über den Berg führen. Endstation war das Städtchen Altenbrak, hier hat der Harzer Jodlermeister die Wanderer begrüßt und mit seiner Begleiterin das müde Fußvolk bei Kaffee und Kuchen mit einer Auswahl seines Könnens aufgemuntert. Der letzte Abschnitt der viertägigen Wanderung von Altenbrak über Treseburg nach Thale wird den Beteiligten besonders in Erinnerung bleiben. Bis ins 19. Jahrhundert war der letzte Abschnitt des Bodetals, die Felsenschlucht, nicht begehbar. Technische Bauwerke haben die Passage des „Grand Canyon des Harzes“ möglich gemacht. Ein besonderes Erlebnis war die Mittagspause in der Schlucht zwischen bis zu 250 Meter hohen Granitwänden. Links oben die sagenhafte Rosstrappe und rechts oben der Hexentanzplatz. Auf dem letzten Kilometer wurden die Wanderer dann noch von einer richtigen Hexe überrascht, die plötzlich kreischend aus einer Felsenhöhle sprang und ihre Rituale besonders mit den männlichen Mitgliedern der Gruppe schonungslos zelebrierte.